Ein Nachmittag im Bienenstock
Wie lebt eine Honigbiene? Welche Aufgaben hat sie im Bienenstock? Und warum sind Bienen für unsere Natur so wichtig? Diesen und vielen weiteren Fragen gingen 20 Kinder unserer Natur- und Vogelschutzgruppe bei einem spannenden Nachmittag auf der Wegscheide nach.
Mit Witz und Begeisterung in die Welt der Honigbienen
Bei bestem Blütenpollensammelwetter begrüßte uns André Zimmermann, leidenschaftlicher Imker und stellvertretender pädagogischer Leiter auf der Wegscheide. Statt trockener Theorie nahm er die Kinder mit viel Begeisterung und Humor mit in die faszinierende Welt der Honigbienen. Dabei blieb keine Frage unbeantwortet und schnell waren nicht nur die Kinder, sondern auch ihre Begleiterinnen und Begleiter von den kleinen Insekten begeistert.
Präzision, harte Arbeit und das Leben im Bienenstock
Besonders beeindruckend war die Präzision, mit der Honigbienen ihre Waben bauen. Jede einzelne Wabenzelle besitzt dieselbe sechseckige Form und Größe – eine erstaunliche Leistung der fleißigen Baumeisterinnen. Gemeinsam lernten wir außerdem den Aufbau eines Bienenvolkes kennen. Die Königin legt während der Hauptsaison täglich bis zu 3.000 Eier und sorgt damit für den Fortbestand des Volkes. Die Drohnen haben ausschließlich die Aufgabe, die Königin zu begatten. Ab dem Sommer werden sie aus dem Stock ausgeschlossen, wenn sie nicht mehr benötigt werden. Die gesamte Arbeit im Stock – von der Brutpflege bis zum Sammeln von Nektar und Pollen – übernehmen die Arbeiterinnen.
Imkeranzug an und auf zu den Bienenstöcken
Nach der Einführung ging es zu den Bienenstöcken auf der Wegscheide. Bevor wir den Bienen ganz nahe kommen konnten, schlüpfte jeder in einen Imkeranzug. Die ungewohnte Kleidung sorgte für einige Lacher, doch Sicherheit stand selbstverständlich an erster Stelle.
An den Bienenstöcken konnten wir das geschäftige Treiben aus nächster Nähe beobachten. Vorsichtig zog André Zimmermann einzelne Rähmchen aus den Beuten und zeigte uns die unterschiedlichen Entwicklungsstadien des Bienenvolkes. Besonders spannend war der Blick auf die Arbeiterinnen mit ihren roten, gelben und graugelben Pollenhöschen. Mit etwas Glück entdeckten wir sogar die Königin mit ihrem längeren Hinterleib. Wer wollte, durfte außerdem einen Drohn vorsichtig auf die Hand nehmen – ein besonderes Erlebnis, das bei vielen für erstaunte Gesichter sorgte.
Süße Kostproben
Ein weiterer Höhepunkt war die Verkostung von frischem Honig direkt aus der Wabe. Nachdem ein schweres Honigrähmchen aus dem Stock entnommen und von den Bienen befreit worden war, durfte jeder den unvergleichlichen Geschmack des frisch geernteten Honigs probieren. Dabei erfuhren wir auch, welch enorme Leistung hinter einem einzigen Teelöffel Honig steckt: Eine Honigbiene fliegt während ihres nur etwa sechswöchigen Lebens zwischen 1.000 und 2.000 Blüten an, um diese Menge Honig zu produzieren.
Kreativer Abschluss und wertvoller Tipp
Nach der praktischen Arbeit an den Bienenstöcken konnten die Kinder in den Räumen der Imkerei ihre eigene Bienenwachskerze herstellen und als Erinnerung mit nach Hause nehmen.
Zum Abschluss sprachen wir noch darüber, wie wichtig Honigbienen für unsere Natur sind und warum sie trotz ihres Stachels keine Tiere sind, vor denen man Angst haben muss. Gleichzeitig erhielten die Kinder einen praktischen Erste-Hilfe-Tipp für den Fall eines Bienenstichs: Wird der Stachel möglichst schnell – idealerweise innerhalb weniger Sekunden – durch kräftiges Abstreifen oder Herauskratzen entfernt, gelangt deutlich weniger Gift in die Haut.
Der abwechslungsreiche Nachmittag auf der Wegscheide vermittelte den Kindern auf anschauliche Weise viel Wissen über das Leben der Honigbienen und zeigte eindrucksvoll, wie faszinierend und unverzichtbar diese kleinen Insekten für unsere Umwelt sind.
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