Hoch hinaus -Klettern statt stillsitzen
Hoch hinaus - Klettern statt stillsitzen
Wer die Kinder der Natur- und Vogelschutzgruppe Bad Orb (NVSG) kennt, weiß: Normalerweise geht es bei den Veranstaltungen darum, aufmerksam zuzuhören, sich zu konzentrieren und möglichst viel über Tiere, Pflanzen und die Natur zu erfahren. Am vergangenen Samstag hieß es allerdings:
Zuhören? Später. - Konzentrieren? Vielleicht. - Klettern? Unbedingt!
Die NVSG hatte ihre Kinder im Alter von vier bis zehn Jahren zu einem ganz besonderen Nachmittag in die „boulder Church“ eingeladen – eine ehemalige Kirche, die heute als außergewöhnliche Kletterhalle ein zweites, ausgesprochen sportliches Leben führt.
Zum Auftakt stand zunächst eine Stunde professionelles Training auf dem Programm. Ein engagierter Klettertrainer führte die Kinder spielerisch an das Bouldern heran, sorgte für die nötige Aufwärmung und vermittelte die wichtigsten Grundbegriffe und Bewegungsabläufe. Danach hieß es endgültig: Klettern frei!
Zweieinhalb Stunden lang wurde geklettert, getobt, ausprobiert und wieder geklettert. Wo sonst die Aufmerksamkeit der kleinen Naturforscher gefragt ist, durfte diesmal die überschüssige Energie freien Lauf bekommen. Wände wurden erklommen, Herausforderungen angenommen und persönliche Höhenmeter gesammelt. Zwischendurch: Pause, Trinken, Snacken.
Doch ganz ohne Naturwissen kam auch dieser Nachmittag nicht aus.
Thomas Leppelt, aus dem Team Veranstaltungen der NVSG, hatte ein kleines Quiz vorbereitet. Gefragt wurde quer durch die Veranstaltungen, die die Kinder im Laufe des Jahres erlebt hatten. Wer die richtige Antwort wusste, bekam eine Belohnung: Er oder sie durfte an die Kletterwand und dort eine der kleinen versteckten Naschereien ergattern.
Damit war klar: Wer gut aufgepasst hatte, durfte hoch hinaus – und wer ganz oben ankam, hatte sogar noch etwas zum Naschen. Naturwissen hatte an diesem Nachmittag also süße Nebenwirkungen.
Für die Sicherheit der jungen Kletterer sorgten die vereinsaktiven Betreuer:
Anika Broda, Bertwin- und Marianne Dehmer, Steffen Kempa, Thomas Leppelt,
Frank Polej und Kinderflüsterer Siggi Zeus. Sie hatten die kleinen Gipfelstürmer aufmerksam im Blick. Das erfreuliche Ergebnis: Alles blieb heil – Kinder, Kletterwand und glücklicherweise auch die Nerven der Betreuer.
Für die NVSG war der Nachmittag eine willkommene und ganz besondere Abwechslung zum gewohnten Programm. Denn Natur- und Umweltbildung darf schließlich nicht immer nur im Sitzen stattfinden. Manchmal muss man sich bewegen, etwas ausprobieren, Mut beweisen und über sich hinauswachsen. Und genau das taten die Kinder mit großer Begeisterung.
Das Fazit des Vorsitzenden Bertwin Dehmer zum gelungenen Nachmittag war deshalb schnell gefunden: „Zweieinhalb Stunden Kletterspaß, leuchtende Kinderaugen und jede Menge Bewegung – höher hätte die Stimmung kaum steigen können.“
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