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Mit Wasseramsel Tilly auf Schatzsuche im Kurpark

Spielerisch lernen, was Natur- und Artenschutz direkt vor der eigenen Haustür bedeuten – das war das Ziel unserer Schatzsuche durch den Bad Orber Kurpark. Gemeinsam mit unserem neuen Maskottchen, der Wasseramsel Tilly, entdeckten 20 Kinder an verschiedenen Stationen die vielfältige Natur der „Grünen Lunge“ unserer Stadt.

 

Unsere Schatzsuche wurde von Vorstandsmitglied Anika Broda entwickelt und gestaltet. Ausgestattet mit Schatzkarten machten sich die Kinder in zwei Gruppen auf den Weg durch den Kurpark. An fünf Stationen mit insgesamt sieben Standorten lösten sie spannende Aufgaben und erfuhren, warum der Kurpark als Lebensraum, Futterquelle, Sauerstofflieferant, Naherholungsraum und ökologischer Schutzraum so wertvoll ist. Begleitet wurden die Gruppen von Anika Broda und Bertwin Dehmer sowie unseren Helferinnen und Helfern Maren, Petra, Benedikt, Frank, Siggi, Thomas und Josef.

 

An der Station „Die Grüne Lunge“ erfuhren die Kinder, dass der Kurpark vor rund 120 Jahren künstlich angelegt wurde. Nachdem sich die Salzgewinnung mit den elf Gradierwerken nicht mehr lohnte, schufen die sogenannten Frankfurter Jagdherren die Grundlage für den heutigen Kurpark und das Kurwesen. Heute trägt der Park wesentlich zur Artenvielfalt, zur Verbesserung des Stadtklimas und zur Luftqualität bei – und verdient deshalb unseren Schutz.

 

An einer alten Zypresse mit mehreren Spechthöhlen lernten die Kinder die sieben heimischen Spechtarten kennen. Dabei wurde deutlich, warum Spechte als „Zimmermänner des Waldes“ bezeichnet werden: Ihre verlassenen Höhlen dienen später zahlreichen anderen Tierarten wie Fledermäusen, Singvögeln, Käuzen, Siebenschläfern oder Mardern als Unterschlupf.

 

Auch unsere Nistkastenarbeit war Thema. Allein im Kurpark betreuen wir rund 60 Nistkästen, auf dem gesamten Bad Orber Stadtgebiet sind es etwa 900 künstliche Nisthilfen. Sie werden unter anderem von Blaumeisen, Kohlmeisen, Kleibern, Trauerschnäppern und Sperlingen genutzt. Beim eigenen Nestbau konnten die Kinder selbst erleben, wie aufwendig die Gestaltung eines sicheren Brutplatzes ist. Anschließend verglichen sie ihre Bauwerke mit einem verlassenen Rotkehlchennest und einem unbewohnten Nistkasten.

 

An der Station „Echte Raritäten“ entdeckten die Kinder die außergewöhnliche Baumvielfalt des Kurparks. Während in Deutschland durchschnittlich etwa 35 gesicherte Baumarten vorkommen, wachsen im Kurpark mehr als doppelt so viele Arten. Vorgestellt wurden unter anderem der Trompetenbaum und der Lebkuchenbaum, dessen Blätter bei feuchtem Wetter einen süßlichen Duft nach frischem Gebäck verströmen können.

 

An den Mammutbäumen wurden die Kinder selbst zu kleinen Forschern. Sie maßen den Stammumfang in 1,50 Metern Höhe und berechneten daraus das Alter der Bäume. Beide Gruppen kamen unabhängig voneinander auf ein Alter von rund 63 Jahren. Zum Vergleich erfuhren sie, dass einer der ältesten bekannten Bäume der Welt – eine Fichte in Schweden – auf etwa 9.550 Jahre geschätzt wird.

 

Zum Abschluss stand unser Maskottchen Tilly im Mittelpunkt. Die Kinder lernten die besonderen Fähigkeiten der Wasseramsel kennen – den einzigen heimischen Singvogel, der unter Wasser tauchen, auf dem Bachgrund laufen und dort nach Nahrung suchen kann. Ein Bewegungsspiel mit bunten Ringen machte deutlich, wie anspruchsvoll ihre Fortbewegung ist. Anschließend ordneten die Kinder 50 Bildkarten danach, ob sie zur bevorzugten Nahrung der Wasseramsel gehören oder nicht. Außerdem erfuhren sie, warum ihr dichtes, gut eingefettetes Gefieder beim Tauchen trocken bleibt und welche körperlichen Anpassungen ihr das Leben im Wasser ermöglichen.

 

Am Ende der Schatzsuche wartete eine schwere Schatzkiste auf die Kinder. Darin befanden sich für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein Baumquartett sowie Samen des Lebkuchenbaums für den eigenen Garten oder Blumentopf. Zum Abschluss spendierte Julia vom Sonnenhof jedem Kind ein Eis und sorgte damit für einen gelungenen Ausklang der Veranstaltung.

 

Ein besonderer Dank gilt Anika Broda, die die Idee zur Schatzsuche entwickelte, sämtliche Materialien gestaltete und die Veranstaltung federführend vorbereitet und geleitet hat. Ebenso bedanken wir uns herzlich bei allen Helferinnen und Helfern, die zum Gelingen dieses erlebnisreichen Nachmittags beigetragen haben.

 

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Veröffentlichung

So, 28. Juni 2026

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